#eQuali19: Berufliche Bildung wird digital – CoDiCLUST präsentiert Digitales Lernen im Sensorik-Netzwerk auf Bundesebene

BONN. Lernen und Beruf digital verbinden – das war das Leitthema der 400 Teilnehmer aus Wissenschaft, Politik und Praxis, die sich bei der 10. eQualification des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) im World Conference Center Bonn Ende Februar versammelt hatten.Den Austausch der 80 Projekte zur Entwicklung digitaler Lernmedien für die berufliche Bildung bereicherte unser CoDiCLUST-Team mit konkreten Ergebnissen aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen des bayerischen Sensorik-Netzwerks. Die SPS begleitet derzeit Mitglieder und Partner bei der Entwicklung von „Roadmaps für Digitales Lernen“. Diese Meilensteinpläne verbinden Strategie mit konkreten operativen Maßnahmen. Unternehmen können Hands-on-Workshops nutzen, um Akzeptanz für Digitales Lernen bei den Mitarbeitern oder erste Erfolgserlebnisse durch den angeleiteten Dreh kurzer Lernvideos schaffen. Ebenso startet die Seminarreihe „Lotsen für Digitales Lernen“ als neue Qualifizierungsmöglichkeit im Mai. Alleinstellungsmerkmal des Regensburger Projektteams, zu dem auch SoWiBeFo e.V. und die Universität Regensburg zählen: der „Coach für Digitales Lernen“.

Die Statuskonferenz eQualification des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist das jährlich stattfindende Forum für den Informations- und Erfahrungsaustausch zum Einsatz digitaler Medien in der beruflichen Bildung. „Von der Arbeits- zur Lernwelt. Perspektiven, Chancen und Erfahrungen aus der vernetzten Zukunft“ lautete das Motto des ersten Tages. Die Hamburger Trendexpertin Birgit Gebhardt wagte zum Auftakt in ihrem Impulsvortrag den Blick in die Zukunft, diskutierte Machbarkeitsoptionen aus Technologie und Forschung: Wie passen Impulse aus dem globalen Wettbewerb, sozialpolitische Veränderungen und kulturelle Fragen zu Individuum und Gesellschaft zusammen?

Im Zuge einer Projektausstellung konnten die Teilnehmer auf eine kleine „Deutschlandreise“ gehen. Die Ergebnisse aus der Projektarbeit vergangener Förderschwerpunkte, die sich allesamt dem Thema „Digitales Lernen“ widmeten, zeigten deutlich: Virtual oder Augmented Reality sind Trendthemen, die in den nächsten Jahren in der beruflichen Bildung verstärkt Einzug halten werden. Das CoDiCLUST-Projektteam holte sich hier für die eigene Arbeit zahlreiche Impulse auf dem bundesweiten Parkett.

Zwischen Fortschrittsgläubigkeit und skeptischer Neugier

Der positiven digitalen Utopie aus der Trendforschung von Tag 1 folgte mit dem Vortrag von Prof. Dr. Sascha Friesike ein interessanter Gegenpart an Tag 2. „Vernetzung funktioniert, wenn Menschen an einer Sache gemeinsam arbeiten“, so Friesike, der nebst kritischen Stellungnahmen auch Handlungsempfehlungen für mehr Innovationsfähigkeit gab. In seiner Keynote hob er hervor, dass die Herausbildung kritischer Urteilsfähigkeit und zentraler Grundfertigkeiten in der Nutzung der Möglichkeiten digitaler Lernmedien entscheidend sind. Nicht derjenige, der vermeintliche Trends imitiert, werde effektiv sein. Erfolgsversprechender sei vielmehr die Zusammenarbeit mit Partnern, die mit ihrem Fachwissen, aber ohne Verkaufszwang dabei unterstützen, Lernsysteme in Unternehmen durch den Einsatz digitaler Medien effektiver und effizienter zu machen. Genau das ist auch das Ziel des Projekts CoDiCLUST: im Projektverbund soll die SPS langfristig als kompetente Anlaufstelle für Fragen zum Thema „Digitales Lernen“ Know-how aufbauen, um Netzwerkmitglieder beraten und begleiten zu können. Friesikes Ausführungen waren also eine Steilvorlage für den Ansatz der „Roadmaps für Digitales Lernen“, die derzeit im Sensorik-Netzwerk entstehen.

„Ein konstruktiver Austausch in toller Atmosphäre – aus sämtlichen Förderrichtlinien erhielten wir tolle Einblicke und neuen Input“, so der Konsens der CoDiCLUST-Vertreter Alexander Krauß (SoWiBeFo e.V.), Maximilian Winter (SPS), Larissa Mayr und Tobias Mannhart (beide Universität Regensburg).Besonders interessant waren auch die Einblicke in das Thema der Offenen Bildungsmaterialien. In der gut besuchten „Projektlupe“, in der unser Team Details zur Projektarbeit präsentierte, stand insbesondere die Begleitung der Weiterentwicklung der Lernsysteme in den Unternehmen des bayerischen Sensorik-Netzwerks im Vordergrund. Die Zuhörer erfuhren, wie CoDiCLUST strukturell und organisatorisch im Sensorik-Netzwerk verortet ist und worin die wissenschaftliche Grundlage der Projektidee begründet liegt. Außerdem bot die Projektlupe die Möglichkeit zu einem umfassenden Erfahrungsaustausch, bei dem speziell die Zusammenarbeit zwischen Projektteam und Wirtschaft im Fokus stand. Die Etablierung der sogenannten „Coaches für digitales Lernen“, kompetenten Ansprechpartnern im Netzwerkmanagement als Anlaufstelle für alle Fragen rund um „Lernen 4.0“, erwies sich dabei als Alleinstellungsmerkmal des Projekts. Im Gegensatz zu diesem gesamtheitlichen Ansatz hatten bisherige Projekte oft nur auf singuläre Innovationen fokussiert.

CoDiCLUST im Überblick

Im Sensorik-Netzwerk entsteht im Zuge des BMBF-geförderten Projekts CoDiCLUST eine neue Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema „Digitales Lernen“. Die sogenannten „Coaches für Digitales Lernen“ beraten und begleiten Unternehmen beim nachhaltigen Einsatz digitaler Lernmedien. Weitere beteiligte Partner sind, neben dem Netzwerkmanagement der Strategischen Partnerschaft Sensorik e.V., der SoWiBeFo e.V. mit über 25 Jahren Erfahrung im Bereich beruflicher Weiterbildung sowie Experten der Universität Regensburg (Rechenzentrum und Professur für Erziehungswissenschaften mit Schwerpunkt „Lernen mit visuellen Medien“). Erste im wahrsten Sinne des Wortes „sichtbare“ Ergebnisse des CoDiCLUST-Projektteams liegen z.B. in Form eines nonverbalen  Erklärvideo vor. Kompetenz zur Gestaltung von Lernmedien können die Teilnehmer dann ab Juni 2019 in der Seminarreihe „Lotsen für Digitales Lernen“ vertiefen. Die Teilnahme ist kostenfrei (Termine und Anmeldung unter: eveeno.com/LotsenFuerDigitalesLernen. Mehr Informationen bei Maximilian Winter (m.winter @sensorik-bayern .de).