Im Sensorik-Netzwerk entsteht im Zuge des BMBF-geförderten Projekts CoDiCLUST eine neue Anlaufstelle für Fragen rund um das Thema „Digitales Lernen“. Coaches für Digitales Lernen stehen künftig als beratende Begleiter für den Einsatz digitaler Lernmedien für Unternehmen bereit. Zu den neuen Angeboten zählen auch  kurze Hands-on-Workshops und eine Seminarreihe „Lotsen für Digitales Lernen“ im Sommer 2019. Beschäftigte in den Unternehmen haben hier die Möglichkeiten, sich das 1×1 der Gestaltung von Lernmedien anzueignen. Das Projektteam besteht aus vier erfahrenen Partnern. Die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. bringt Expertise aus dem Bereich der Organisations- und Personalentwicklung und der engen Zusammenarbeit mit Firmen in den letzten zehn Jahren ein. Der Verein für Sozialwissenschaftliche Begleitung und Forschung (SoWiBeFo e.V.) bzw. dessen Vorstand Alexander Krauss ist seit über 20 Jahren in (inter)nationalen Modellversuchen in der Beruflichen Bildung tätig. Der Fokus des Rechenzentrums der Universität Regensburg liegt im technischen und mediengestalterischen Bereich. Prof. Dr. Silke Schworm (Universität Regensburg) ergänzt den Verbund mit der entsprechenden pädagogisch-didaktischen Kompetenz, der Schwerpunkt der Professur liegt im Bereich „Lernen mit visuellen Medien“. Wie neue Lernformate und -inhalte hohen Bezug zur täglichen betrieblichen Praxis schaffen können, zeigten auch die Beispiele der Infineon Technologies AG und der University4Industry GmbH beim DiaLogisch Praxis-Treff am 17. Juli 2018. Zugleich war dieser Praktikeraustausch der Kick-off des Projekts CoDiCLUST.

Ohne digitale Medien ist die Berufswelt nicht mehr denkbar. Für ein „Lernen auf Vorrat“ entwickeln sich Technologien und Prozesse in der modernen Arbeitswelt viel zu rasant. „Wir brauchen flexible und agile Lernformen, um unsere vielfältigen Herausforderungen zu meistern: seien es kulturelle, zeitzonenbedingte oder sprachliche Herausforderungen“, erläuterte Andrea Stich in ihrem Impuls. Sie leitet bei Infineon Technologies AG den Bereich „Operations Academy“ am Standort Regensburg. Hier können sich Mitarbeiter mit Hilfe eines innovativen Lernmanagementsystems auf verschiedenen Wegen bereits digital weiterbilden. Digitales Lernen bedeutet jedoch keinen generellen Bruch mit traditionellen Modellen. „Es gibt Lerninhalte, da brauchen wir zwingend Präsenzveranstaltungen! Alles lässt sich nicht online erlernen“, gibt Stich zu bedenken. Wesentlich verändert haben sich die Spezifität und der Zuschnitt der Maßnahmen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter. „Wir produzieren alle unsere Trainings und E-Learnings selbst. Zugekaufte Lösungen sind teuer und oftmals nicht passgenau für das, was wir brauchen.“ Großes Augenmerk wird dabei auf das mobile Lernen gelegt. Um Reisezeiten zu nutzen, erschien dem Unternehmen der Einsatz von „Learning Nuggets“, kurze fünfminütige Lerneinheiten, als gute Investition – diese Vermutung hat sich mittlerweile bestätigt. Attraktive Inhalte sorgen für steigende Teilnahme an E-Learnings, so der Erfahrungswert von Infineon. Weitere Vorteile wie eine standort-, aber auch teilnehmerzahlunabhängige effiziente Wissensvermittlung seien offensichtlich, so Stich.

Online Lernen im Interviewformat – digital, aber dennoch nah: „wie damals beim Professor…“

Betroffen von den Veränderungen der Digitalisierung sind alle Unternehmen und alle Mitarbeiter, so lautet eine der Thesen von Jan Veira, Geschäftsführer des Online-Education-Start-ups University4Industry (U4I). Anwendungsnahe und praxisrelevante Lerninhalte über Industrie 4.0 sind noch schwer zu finden. Mit University4Industry ist jedoch eine Online-Lernplattform entstanden, die nun seit kurzem Einsichten aus erster Hand von Branchenexperten anbietet. Besonders gut kommt hier das Interviewformat der Lerneinheiten an, das den Experten in den Mittelpunkt rückt. Lerneinheiten „wie damals beim Professor, der mir etwas erklärt“, so das Feedback der Lernenden laut Veira. Mittlerweile wurden über 150 Stunden Online-Lerninhalt zu relevanten Themen wie Digitale Transformation, Digital Business Models, Machine Learning oder Agile Produktentwicklung und Virtual Engineering produziert. Ebenso sind im Angebot auch Lerneinheiten zu hochaktuellen Diskussionsthemen wie Blockchain. Die „Digitale Praxis“ realisieren die Münchner Bildungsexperten als Virtual Labs mit modernsten Simulationstools und Internettechnologien. Das LiveLab „Dampfmaschine“ zeigt z.B., wie eine Anlage aus der Industrie 1.0 – also die klassische Dampfmaschine – zuerst automatisiert und damit in die Industrie 3.0 überführt wird, um dann durch Digitalisierung in das Zeitalter der Industrie 4.0 transformiert zu werden. Um das zu erreichen, besteht das LiveLab aus der eigentlichen Dampfmaschine inklusive funktionsfähiger Aktorik und Sensorik. Hinzu kommen Anbindungen an eine Speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) sowie an die Cloud über ein IoT-Gateway. Dieser Aufbau ermöglicht dem Benutzer, die Anlage fernzusteuern, Daten an die Cloud zu senden und diese Daten anschließend auszuwerten.

CoDiCLUST – Leitlinien für den Einsatz digitaler Lernmedien erarbeiten, „Lotsen“ als Ansprechpartner im Unternehmen ausbilden

Weil Unternehmen oft Kapazität und Know-how hierfür aber fehlen, bietet das Projekt CoDiCLUST (gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung) im bayerischen Sensorik-Netzwerk ab sofort Unterstützung, die zahlreichen Möglichkeiten digitaler Medien zu nutzen. Das Projektteam CoDiCLUST besteht aus vier erfahrenen Partnern. Die Strategische Partnerschaft Sensorik e.V. bringt Expertise aus dem Bereich der Organisations- und Personalentwicklung und der engen Zusammenarbeit mit Firmen in den letzten zehn Jahren ein. Der Verein für Sozialwissenschaftliche Begleitung und Forschung (SoWiBeFo e.V.) bzw. dessen Vorstand Alexander Krauss ist seit über 20 Jahren in nationalen und internationalen Modellversuchen in der Beruflichen Bildung tätig. Der Fokus des Rechenzentrums der Universität Regensburg liegt im technischen und mediengestalterischen Bereich. Prof. Dr. Silke Schworm (Universität Regensburg) ergänzt den Verbund mit der entsprechenden pädagogisch-didaktischen Kompetenz, der Schwerpunkt der Professur liegt schließlich im Bereich „Lernen mit visuellen Medien“. Im Zuge des Projekts entwickelt das Netzwerkmanagement der Strategischen Partnerschaft Sensorik e.V. mit Unterstützung des SoWiBeFo e.V. sowie Experten der Universität Regensburg gemeinsam mit Unternehmen „Roadmaps für Digitales Lernen“. Diese Roadmaps sind individuelle Strategiefahrpläne, die Weiterbildung im Unternehmen systematisch auf den Stand der Zeit bringen und Leitlinien geben, wie und mit welchen digitalen Medien in den Unternehmen die praxisorientierte Berufsbildung bzw. das „Lernen am Arbeitsplatz“ gefördert werden kann. Das Projektteam stellte seine ersten konkreten Aktivitäten vor. Essenzieller Bestandteil des Projekts CoDiCLUST ist die Ausbildung von sogenannten „Lotsen für Digitales Lernen“ in den Firmen. Diese Lotsen sollen dann für weitere Mitarbeiter Ansprechpartner sein, an der konsequenten Umsetzung des „Fahrplans“ beteiligt sein und selbst entsprechendes Know-how aufbauen, Bedarfe aus dem konkreten Arbeitsalltag aufnehmen und in die Ausbildung bzw. in die Erarbeitung von Lehrmaterialien einbringen. Eine sechstägige Seminarreihe wird hierfür im Netzwerk im Sommer 2019 angeboten.

Weitere Informationen auch unter: www.codiclust.de.

Interessierte Unternehmen können sich jederzeit an das Projektteam (info@codiclust.de) wenden.